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zürich moves! – Vorträge und Gespräche: Mårten Spångberg

Vorträge und Symposien 17. März 2016 12:00 Uhr – 13:00 Uhr
Oh no, not one more time

mit Mårten Spångberg (Choreograf)

Vorträge und Gespräche im Rahmen von zürich moves! (16.–19.03.), festival for contemporary arts practice in performing arts

Moderation: Oliver Roth
(Eintritt frei, Platzzahl beschränkt, in englischer Sprache)

Was passiert wenn wir es noch einmal tun? Jede Sekunde noch einmal bis zum Ende. Die Zeit verfolgen und sie laufen lassen, die Uhr ticken lassen. Dabei ist es nicht das Klicken der Uhr, das Angst macht, sondern das Verschwinden des Tick-Tacks, das Verrinnen der Zeit, welches Furcht erzeugt. Woran sollen wir uns denn noch halten, wenn nicht einmal die Zeit verlässlich ist? Wurde die Zeit erfunden, um uns vor der Ewigkeit zu bewahren? Ohne Zeit gibt es keine Vergangenheit, sondern nur jetzige Unendlichkeit und ein unendliches Jetzt. Zeit ist ein Gefängnis, das uns vor der Grausamkeit der Gegenwart bewahrt.
Ausgehend von diesen nicht ganz einfachen Gedankengängen führt Mårten Spångberg seine Zuhörer durch verschiedene Texturen von Zeit, welche in seiner Performance La Substance, but in English evoziert werden. Diese Performance ist zwar weniger anspruchsvoll als die obigen philosophischen Ausführungen. Zentral in dieser Arbeit ist jedoch das Herantasten an einen Status, worin Zeit sich in übereinander gelagerte und doch inkompatible Schichten von Dauer, Chronologie, Pause, Zeitlupe, Spannung, Verstärkung und Phobie trennt. Dabei versteht Spångberg Zeit als nicht-inklusiv und als Möglichkeit fixen Identitäten, Gemeinschaften und Autoritäten auszuweichen.

Mårten Spångberg ist Performancekünstler, er lebt und arbeitet in Stockholm. Sein Interesse gilt der Choreographie im weiteren Sinne und er nähert sich diesem weiten Feld mittels experimenteller Praktiken, kreativer Prozesse, verschiedenster Formate und Ausdrucksweisen. Seit 1994 kreiert und performt er auf der Bühne und seit 1999 ist er als Choreograf tätig. Zusammenarbeiten fanden statt mit Xavier Le Roy, Christine De Smedt/Les Ballets C de la B, Jan Ritsema und Krõõt Juurak.