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Ceremony von Martina Morger

Performance 26. September 2025 20:30 Uhr

Ort: In der Ausstellung


Glocken prägen seit Jahrhunderten unsere Rhythmen und Riten. In ihrer Ambivalenz rufen sie zur Feier und zur Andacht. Ebenso dienen sie zur Warnung und zur Disziplinierung. Inspiriert von einer alten, lokalen Sage zieht die Performance-Künstlerin Martina Morger in einer Prozession durch den Raum. Verwurzelt in katholischen wie heidnischen Traditionen, und doch gegen sie ankämpfend, entfaltet Ceremony zugleich Geste der Ehrung und Akt der Störung. Jeder Schritt erklingt als Feier, Mahnung und Durchdringung.

«Wie durch Alchemie verwandeln Gold und Ornamente den alltäglichen Gang in etwas Kostbares und Zeremonielles. Als profanes und performatives Kunstwerk steht diese Arbeit für eine laute, wenn auch süss klingende Raumeinforderung.» (Zitat Monica Unser)

Produziert in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Liechtenstein



Martina Morgers künstlerische Praxis verwebt in situativen Installationen und ortsbezogenen Performances Momente von Konsum, Zerfall, Körper, Zugehörigkeit und Abgrenzung. Zentrale Fragestellungen, denen sie so nachspürt, befassen sich mit individueller Freiheit in zunehmend technologisierten Lebenswelten, sowie Vorstellungen von Macht, Begehren und Fürsorge innerhalb einer von Arbeit und Leistung bestimmten, neoliberalen Gesellschaft. Einen spezifischen Fokus legt sie dabei immer wieder auf die Konstruktion von Geschlecht. Ihre Arbeiten lassen sich einerseits als Positionierungen innerhalb des bestehenden Systems sowie andererseits als Behauptungen gegenüber eben jenem System verstehen: Martina Morger nimmt aktiv Räume ein, politisiert den menschlichen Körper und verhandelt über Strategien des Displays und der Sichtbarmachung die Auswirkungen gesellschaftlicher Zwänge auf unsere Körper. So schafft sie queere Entwürfe einer Gesellschaft, deren zentrale Merkmale Hybridität und Fluidität sind, und sich so gegenüber den Normierungsbestrebungen unserer Gegenwart behaupten. Martina Morger studierte Medien- und Kulturwissenschaften in Zürich sowie Medienkunst in Wien und schloss ihr Studium mit einem Master in Fine Arts an der Glasgow School of Art ab. Als künstlerische Co-Leiterin von Perrrformat bringt sie Performancelkunst in den öffentlichen Raum Zürichs. Zudem engagiert sie sich in Kollektiven für die Rechte von Künstler:innen. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Manor Kunstpreis (2021) und der IBK-Preis (2024). Ihre Werke wurden unter anderem im Museum Tinguely, Kunstmuseum St.Gallen, Liste Art Fair Basel und auf der 58. Biennale Venedig gezeigt.

Geboren 1989 in Vaduz, lebt und arbeitet sie zwischen Liechtenstein, der Ostschweiz und Norddeutschland.


Kostüm: Lia Hossain

Styling: Carolina Misztela


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