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Korakrit Arunanondchai

18. September 2021 bis 9. Januar 2022

Das Migros Museum für Gegenwartskunst zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers Korakrit Arunanondchai (*1986, Bangkok) in der Schweiz. Mit Videoarbeiten, raumgreifenden Installationen, Malerei und Performance schafft Arunanondchai Erzählungen, die sich im Kern sozialen Beziehungen und Gemeinschaft sowie der Konstruktion von kulturellen Narrativen und Erinnerung widmen. Zudem spielen wiederkehrende Bezüge zu Thailand, Popkultur und Globalisierung ebenfalls eine zentrale Rolle. Kaleidoskopartig fliessen in Arunanondchais Praxis Assoziationen, Ereignisse und Orte ineinander und erzeugen einen erzählerischen Strom mit dichter Atmosphäre. Im spekulativ-assoziativen Nachspüren sinnstiftender Zusammenhänge verschränkt sie dabei kulturelle Perspektiven und geht der Verstrickung von menschlichen und nicht menschlichen Lebensformen nach ebenso wie den Möglichkeiten einer Synthetisierung von Bereichen wie Spiritualität und Technologie oder der Verbindung westlicher und östlicher Philosophien.

Im Migros Museum für Gegenwartskunst werden eine neue, in Auftrag gegebene Videoinstallation sowie Skulpturen und Malerei zu sehen sein. In einer für ihn charakteristischen Weise verwebt Arunanondchai auch hier verschiedene Themen zu einem grossen vibrierenden Ganzen, das mehr als die Summe seiner Teile ist. So spiegelt der Künstler jüngste Erlebnisse im eigenen familiären Umfeld und greift aktuelle sozialpolitische Konflikte in Thailand auf. In Bezug auf Erinnerungskulturen fragen die Arbeiten zugleich nach der Bedeutung animistischer und schamanistischer Praktiken für die Gegenwart. Dabei schöpfen die Arbeiten selbst aus einem erzählerischen Potenzial mythologischer Bedeutungsproduktion, das sich Arunanondchai auch zu eigen macht, um einem linearen Verständnis von Zeitlichkeit entgegenzuarbeiten. Inmitten eines immersiven räumlichen Settings eröffnet die Ausstellung einen Sinnkosmos, der zur Reflexion über die Komplexität des Lebens mit seinen Energien, Wirrungen und Unvorhersehbarkeiten einlädt und mit zahllosen Verzweigungen die Flexibilität unseres Denkens unablässig herausfordert.

Die Ausstellung, bei der es sich um eine Kooperation mit dem Kunstverein in Hamburg handelt, wird von Heike Munder kuratiert (Direktorin, Migros Museum für Gegenwartskunst). Gemeinsam geben das Migros Museum für Gegenwartskunst, der Kunstverein in Hamburg und das Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto einen Katalog heraus, in dem sich May Adadol Ingawanij, Chrissie Illes und Diane Severin Nguyen der Arbeit Arunanondchais widmen.

Korakrit Arunanondchai lebt und arbeitet in New York und Bangkok. Zu aktuellen und kommenden Einzelausstellungen und Biennale-Teilnahmen des Künstlers zählen: Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto (2020); Gwangju Biennale (2021); Kunsthall Trondheim (2021) und Kunstverein in Hamburg (2021). Arunanondchais Arbeit wurde in zahlreichen Institutionen und Festivals gezeigt, zuletzt im Rahmen der Yokohama Triennale (2020), der Biennale von Venedig (2019) und der Whitney-Biennale (2019) sowie in der Secession, Wien (2019) und im Kasseler Kunstverein, Kassel (2018).