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«Accumulation of a Body» von Yara Bou Nassar

Performance 7. Februar 2025 19:30 Uhr – 20:00 Uhr

«Ich bin im Überlebensmodus». Diese Beschreibung höre ich oft (in letzter Zeit sogar noch häufiger), wenn ich Menschen in meiner Umgebung frage, wie es ihnen geht. Die Erde ist im Überlebensmodus, ebenso wie ihre Lebewesen. Wir haben uns selbst an den Rand gedrängt oder sind an den Rand gedrängt worden. Wir gehen mit den Konsequenzen um. Wir überleben. Wir versuchen, unser Einfühlungsvermögen zu bewahren, wir leisten Widerstand, wir versuchen, nicht zu erstarren, wir versuchen, wütend zu bleiben, wir versuchen, noch die Kraft zu finden, daran zu glauben, dass wir es besser machen können. Ich beobachte ein Insekt, das tagelang in der Wohnung umherwandert. Dann sehe ich, wie es in einer Sekunde stirbt, wenn es sich in einem winzigen Spinnennetz verfängt. Es bleibt regungslos. Ich denke über seine Bewegungslosigkeit nach. Ich gehe die letzten Gespräche mit Menschen durch, von denen ich weiss, dass ich nie wieder die Gelegenheit haben werde, so mit ihnen zu reden. Ich wiederhole jedes Wort, bis die Worte keinen Sinn mehr ergeben. Sie werden zu Geräuschen, die von der Zeit überholt werden.


Durch das Erzählen assoziativer Bilder und Empfindungen von Alltagsbeobachtungen erforscht diese Performance die Möglichkeit, Anhäufungen und Kipppunkte zu verarbeiten, insbesondere in Momenten der körperlichen Stille. Durch eine Reihe minimaler Bewegungen wird der Prozess hinterfragt, wie man die Anhäufungen eines anderen Körpers physisch festhalten kann, wenn er grösser ist als der eigene. Wie verändert sich dieser Prozess, wenn es sich bei diesem grösseren Körper um die Stadt handelt, in der man lebt? Wie kann man sich ausruhen und der Anhäufung Raum geben, wenn man alleine ist?


Die Performance taucht in die relationale Koexistenz zwischen menschlichen Körpern und anderen Formen von Körpern in urbanen Räumen ein.

Yara Bou Nassar ist eine libanesische Performerin, Theatermacherin und Autorin, die seit 2020 in Zürich lebt. Sie untersucht Identität im Zusammenhang mit kollektivem Gedächtnis. Sie beschäftigt sich mit Themen, die sich oft auf die Dekonstruktion von sozialen Stereotypen und alltäglichem Verhalten im urbanen Kontext sowie im privaten und intimen Raum konzentrieren. Ihr besonderes Interesse gilt den verschiedenen Formen des körperlichen Unbehagens, die sich in ihren Arbeiten manifestieren. Die meisten ihrer Projekte gehen von einem autobiografischen Ausgangspunkt aus. Ihre Arbeiten basieren oft auf dokumentarischem Material und lassen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.



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