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Festival aus Anlass des 50. Geburtstags der F+F Schule für Kunst und Gestaltung

Die F+F Schule für Kunst und Design wurde 1971 von einer Gruppe Lehrer*innen und Student*innen gegründet, die sich eine experimentellere Kunstausbildung wie die von ihnen bisher bekannten wünschten. Die Lehre an der F+F war gekennzeichnet durch eine anti-autoritäre Gestaltungspädagogik – die Abschaffung von Benotungen, eine Rollenverschiebung von Lehrpersonen als Klassenleiter*innen zu -begleiter*innen und einer Umstellung vom Frontalunterricht zu partizipativen Prozessen. An der Schule wurden Methoden wie Teamwork und Kunst als Forschung, und Formate wie Happenings und Aktionen stark gemacht. Statt den kunsthistorischen Kanon und kunsttechnisches Handwerk zu lehren, legte die F+F einen Fokus auf die Verknüpfung von Alltag und Kunst. Kunst solle sozial sein, und sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen verbinden. Spielen und ein verkörpertes Lernen, das damit einherging, wurde gefördert.


Die Leitgedanken, welche zur Gründung der F+F führten, sind ein Zeugnis zur Verfolgung einer Radical Education, wie sie von Vorreitern wie Ivan Illich, Paulo Freire und bell hooks propagiert wurde und heute noch immer von zahlreichen selbstorganisierten Initiativen, viele darunter von Künstler*innen geleitet, praktiziert wird – eine Pädagogik, die, immer noch hoffnungsvoll, einen grundlegenden Wandel hin zu einer mit kritischen Werkzeugen ausgestatteten Gesellschaft einläuten sollte.


Am 23. und 24. September findet in Zusammenarbeit mit dem Migros Museum für Gegenwartskunst zum Anlass vom 50-jährigen Jubiläum der F+F Schule für Kunst und Design ein Festival statt, welche die pädagogischen Grundsätze um das Thema «Radical Education» aufnimmt und weiterentwickelt. Es werden Künstler*innen eingeladen, die in ihrer Praxis eine experimentelle Lehre verfolgen; einen Dialog mit selbstorganisierten Gruppierungen von Student*innen gesucht, die ihre Schulen kritisch in Betracht ziehen und kollektiv geführte Organisationen involviert, die inklusive, basisdemokratische Studienprogramme ermöglichen. In Workshops, Lesegruppen, Inputs und offenen Brainstormings, Filmscreenings, Spaziergängen und weiteren Formaten thematisiert das Festival selbstorganisierte Handlungsräume mit gestalterischer Tätigkeit und soll ein solidarisches Netzwerk von Kulturaktivist*innen aufzeigen, die eine andere Schule brauchen und für diese zusammenstehen. Im Mittelpunkt des Festivals steht das kollektive Ver/Lernen etwa durch Spielen und das Spiel als eine Übung von Ausdrucksfreiheit, Normüberschreitung und Kritikfähigkeit.


Detailprogramm: siehe Agenda

Unterrichtssituation in der F+F Schule für Kunst und Gestaltung, 1971 (Foto: Unbekannt)