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Café Bourouissa

Hier sind alle willkommen: zum Lesen, Ausruhen, Hinsetzen, Denken, Spielen, miteinander reden oder auch zum Hausaufgaben machen. Seit 2023 bieten wir diesen Aufenthaltsraum im Museum an – ein öffentlicher Ort im Herzen des Zürcher Kreis 5, ohne Konsumzwang oder festgeschriebene Tätigkeiten. Es gibt jederzeit kostenlosen Tee und Wasser. Teilweise wird der Raum für Veranstaltungen und Workshops genutzt.

Im Rahmen seiner Einzelausstellung Pour Noubia im Sommer 2026 hat der Künstler Mohamed Bourouissa den Raum neugestaltet. Dazu hat er wiederkehrende Elemente und Themen aus seiner künstlerischen Praxis aufgegriffen – etwa den Verweis auf eine Klinik in seiner algerischen Heimatstadt Blida, mit der sich Bourouissa intensiv beschäftigt hat. Dort schuf der Arzt und kolonialkritische Denker Frantz Fanon in den 1950er Jahren ein Café, das als offener Aufenthalts- und Begegnungsraum diente. Dies war Teil von Fanons Bemühungen als Leiter der psychiatrischen Abteilung, den Klinikalltag und die westlich geprägten Behandlungsformen zu reformieren.

Für die Neugestaltung liess sich Bourouissa von dieser Geschichte und der Atmosphäre algerischer Cafés inspirieren – als Orte der Begegnung, an denen Menschen verweilen und Zeit miteinander verbringen. In die Wände sind Zitate aus der französischen Version des 2012 erschienen Textes Conversations with my soul II (Conversations avec mon âme II) der Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan geritzt. Es beinhaltet eine Sammlung innerer Dialoge und persönlicher Beobachtungen, in denen wir uns häufig wiedererkennen können. Die Einritzungen legen zudem die unterschiedlichen Farbschichten frei, in denen dieser Raum in der Vergangenheit gestrichen war und zeigt somit die Spuren seiner Veränderung auf.

Das Café Bourouissa ist offen für alle. Wir bitten euch, respektvoll mit dem Raum und miteinander umzugehen.

PS: Kaffee gibt es im Bistro LOI gleich nebenan.