Warenkorb (${ $store.state.app.shoppingCartCount })

Ian Cheng
Forking at Perfection

20. Februar bis 16. Mai 2016

In seiner künstlerischen Arbeit untersucht Ian Cheng (*1984, USA) die Wesensart und unterschiedlichen Aspekte von Mutationen und die Fähigkeit des Menschen, sich äusseren Umständen anzupassen. In einem Referenzsystem aus Videogame-Design, Improvisation und unerbittlichen darwinistischen Selektionsmechanismen entwickelt Cheng sogenannte «Live Simulations»: virtuelle Ökosysteme, die sich – ausgehend von programmierten Grundeigenschaften – eigenständig weiterentwickeln, also von keiner externen Autorität gesteuert oder beendet werden. In ihrer Gestalt erscheinen Chengs Simulationen oft wie imaginäre Organismen in digitalen Versuchsanlagen. Sie speisen ihr Prinzip jedoch aus der schonungslosen Kausalität der Natur selbst. Daraus resultiert eine Reihe von zufälligen neuen Verhaltensmustern, die der Künstler nur zu Beginn beeinflusst, jedoch nie vollends kontrollieren kann. Dieser Prozess manifestiert sich in Zustandsformen wie Chaos, Kollaps, Kannibalisierung, Neukombination, Perfektion, Zufall und Langeweile. Cheng, der Kognitionswissenschaft an der University of California, Berkeley, studierte, begreift seine animierten Echtzeitsimulationen als «neurologische Gymnastik» für den Betrachter: ein Mittel, um die Erfahrung der unaufhaltsamen Veränderung sowie Zustände der Verwirrung, Beklemmung und kognitiven Dissonanz zu trainieren. In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz zeigt Cheng zwei Versionen der Simulation Emissary Forks At Perfection: einerseits eine Projektion im Panoramaformat, die 2015 zum ersten Mal zu sehen war, andererseits eine Mutation oder Verzweigung («fork») dieser ersten Version, die den Besucher dazu einlädt, auf einem Tablet-Computer die Welt der Simulation, ihre Organismen und unablässige Dynamik physisch zu erkunden.


Besuchertext und Werkliste
PDF herunterladen